Auf den Spuren der maritimen Wirtschaft in Deutschland
November 16, 2009 on 11:31 am | In Ausflugstipps | wong it! | Keine Kommentare
Wenn wir an Nordsee oder Ostsee, Hamburg, Rostock, Lübeck oder Stralsund denken, denken wir natürlich zuerst an Urlaub. Außer Sonne, Strand und Meer, fallen uns so Schlagworte ein wie: alte Hansestädte, Fisch, Hafen, Schiffe… Dahinter verbirgt sich letztlich der größte Teil der maritimen Wirtschaft Deutschlands. Ein Wirtschaftszweig mit langer Tradition, großen Know-how und enormer Innovationskraft und über 400.000 Beschäftigten. Dazu gehören der Schiffbau und seine Zulieferindustrien, Schifffahrt, Häfen, Meerestechnik, Fischerei und die Binnenschifffahrt.
Die deutschen Werften liegen beim Schiffbau an führender Stelle in Europa und weltweit an vierter Position. Die deutsche Handelsflotte ist mit derzeit 3.350 Handelsschiffen die drittgrößte der Welt. Die Meerestechnik ist ein Bereich mit wachsender Bedeutung und riesigem Potenzial. Hier geht es um die Bereiche maritime Umwelttechnik, Polartechnik, Technik zur Gewinnung von Öl, Gas und mineralischen Rohstoffen am Meeresboden, der Energiegewinnung auf See sowie der Windenergie. Die deutsche Fischereiflotte bestand zum 1. Januar 2009 aus 1.825 Fahrzeugen. Sie zählt damit zu den zehn kleinsten Flotten in der Europäischen Union.
Eine weiter wachsende Bedeutung haben unsere Seehäfen. Der Hamburger Hafen, „Das Tor zur Welt – Im Herzen Europas“, wie das Hamburger Hafen Marketing Ihn nennt, ist der größte deutsche Seehafen. Er ist der zweitgrößte Containerhafen Europas und der elftgrößte weltweit. Mehr als 120 deutsche Reedereien haben in Hamburg ihren Sitz. Unter anderem die Dr. Peters Gruppe aus Dortmund, der die zweitgrößte Tankerflotte Europas gehört. Um die logistischen Herausforderungen der Zukunft meistern zu können, kooperiert der Hamburger Hafen mit den Elbehäfen Cuxhafen, Brunsbüttel und Glückstadt sowie den Ostseehäfen Kiel und Lübeck. Sie treten im internationalen Wettbewerb als nordeuropäische Metropolregion auf.
Der Hamburger Hafen hat eine lange Tradition als Ausgangs- und Zielhafen für Kreuzfahrtschiffe. Im Sommer 2009 eröffnete ein zweites Kreuzfahrtterminal in Hamburg-Altona. Das Einlaufen oder Ablegen der großen Kreuzfahrtschiffe ist immer wieder Anziehungspunkt und ein großes Erlebnis für viele Hamburg-Besucher, insbesondere auch für Kurs- oder Klassenfahrten.
Seit vielen Jahrhunderten ist der Hamburger Hafen Umschlagplatz für Waren und Gütern unterschiedlichster Art aus und in alle Herren Länder. Z.B. ist er der drittgrößte Gewürzumschlagplatz der Welt. Schon im Mittelalter war Hamburg das Zentrum des Pfefferhandels Mitteleuropas. Der Handel mit Gewürzen brachte in der damaligen Zeit für viele Hamburger Kaufleute Wohlstand und Reichtum. Daher kommt auch die spöttische Bezeichnung „Pfeffersack“ für einen reichen und auf Macht ausgerichteten Menschen.
Hamburg ist der weltweit größte Importhafen für Kaffee. Über 90% des grünen Kaffees werden hier umgeschlagen. Der Kaffeehandel hat in Hamburg eine lange Tradition. Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts trafen erste Kaffelieferungen aus den arabischen Ländern hier ein. Der zunehmende Kaffehandel gab letztlich den Ausschlag für den Bau der Speicherstadt Ende des 19. Jahrhunderts. Die Lagerhäuser der Speicherstadt boten für den Kaffee gleichmäßige klimatische Bedingungen. Heute werden Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze in Containern transportiert und in klimatisierten Hallen gelagert. Bei einer Hafenrundfahrt mit Besichtigung der Speicherstadt, einer Terminalbesichtigung oder einer Fachführung können Sie diese Dinge und viel mehr hautnah erleben und viel Wissenswertes über den Hamburger Hafen erfahren. Auf der Seite schulfahrt.de können Sie sich übrigens Ihre ganz persönliche Klassenfahrt nach Hamburg zusammenstellen.
Auch der Ostseehafen Rostock-Warnemünde hat lange Traditionen und einiges Sehens- und Wissenswertes zu bieten. Er ist mit 2,4 Millionen Fährpassagieren der bedeutendste Fährhafen Deutschlands und hat mehrere Linienanbindungen nach Nordeuropa. Wenn man auf der Mole in Warnemünde entlang bummelt, kann man oft die großen Schwedenfähren aus der Nähe anschauen. In den letzten Jahren hat sich Rostock-Warnemünde mit über 100 Anläufen auch zu einem der wichtigsten Kreuzfahrthäfen entwickelt. Bei einer Hafenrundfahrt kann man die großen Kreuzfahrtschiffe und die Hafenanlagen z.B. mit dem Ölhafen, aber auch die Werften bestaunen. Sie gehören zu den modernsten und effektivsten Werften in Europa und weltweit, auch wenn sie gerade von der Wirtschaftskrise gebeutelt werden.
Powered by WordPress
Impressum
Feeds für Einträge und Kommentare.
Gültiges XHTML und CSS. ^Top^