ArtFrance Berlin – junge Kunst aus Frankreich

Oktober 16, 2006 on 8:58 am | In Kultur | wong it! | Keine Kommentare

Es ist mal wieder ein Kulturtipp für die Hauptstadt zu vermelden – was anderes wäre mir ja auch kaum möglich, beschränkt sich doch mein Horizont leider auf die Tarifbereiche A und B der Berliner Innenstadt…
artfrance Die ArtFrance Berlin ist als Werkschau zahlreicher junger in Frankreich lebender Künstler gedacht. Organisiert wird sie von der Französischen Botschaft, dem Institut Français sowie von CulturesFrance in Kooperation mit dem Martin-Gropius-Bau, dem Hamburger Bahnhof, c/o Berlin, dem Art Forum, den KunstWerken und zahlreichen anderen Kunstinstitutionen und Galerien in Berlin. Den zentralen Ausstellungsraum bietet der Martin-Gropius-Bau, wo man ca. 80 Gemälde junger Künstler aus den 1970er Jahren bis zum heutigen Tage in ungewohnter, alphabetischer Reihenfolge bewundern kann.
Eine breit angelegte Auswahl unterschiedlichster Themen und Stile macht den Rundgang um das erste Geschoß zu einer kurzweiligen Angelegenheit mit einigen Überraschungen. So gewinnen zahlreiche Künstler ihre Motive und Inhalte oftmals aus der omnipräsenten Medienwelt in Form von Werbung, politischer Überinformation oder gar Musikrichtungen, was ihnen zu einer sehr diesseitigen und subjektiven Ausrichtung verhilft. Damit wird der Kunstbetrachter in zahlreichen Fällen sehr direkt angesprochen, was einmal mehr zeigt, das Kunst konsumierbar und gleichzeitig intellektuell qualitätvoll sein kann, ohne dass man sich in die Metaebenen postmoderner Interpretationszwänge begeben muss…
Über die Ausstellung im Martin-Gopius-Bau hinaus wird die ArtFrance Berlin als ein dreimonatiges Kunstfestival verstanden. So präsentieren über 150 französische Künstler ihre Werke an mehr als zwanzig Einrichtungen und alternativen Orten Berlins. Einige widmen sich in Form von Einzelausstellungen größeren Werkgruppen bestimmter bereits im Martin-Gopius-Bau gezeigter Maler, andere wiederum erweitern das Gattungsspektrum um Skulpturen, moderne Medien, Installationen und mehr!
Vollständige Informationen über den Zeitplan, über die anderen Ausstellungsorte samt Stadtkarte sowie relevante TV-Sendungen findet man hier und hier.

Bildquelle ArtFrance

Von TOKYO nach BERLIN und zurück…

September 18, 2006 on 5:33 pm | In Kultur | wong it! | Keine Kommentare

Man muß ja eigentlich gar nicht mehr weg heutzutatge: Es gibt ja nun schon ein Weilchen Virtual Reality das Internet, so daß man bequem von zu Hause aus Zugriff auf Informationen, Bilder & Filmchen zu jedem nur erdenkbaren Themenbereich hat. Dann gibt es ja noch die gute alte Glotze, die mit Reisejournalen, Dokumentarfilmen und anspruchloseren Formaten à la “Wie die Wilden” (zahllose Protestaufrufe dazu hier und hier) ferne Welten,Völker und Gebräuche ins heimische Wohnzimmer transferiert. Manche alte Menschen kennen auch noch die so genannten Bücher…

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Hisashi Tenmyouya, Shinki Kyouga-fu

Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit die Kultur und das Kunstleben einer fremden Stadt wie beispielsweise Tokyo kennen zu lernen, ohne die heimischen Gefielde zu verlassen: In Berlin hat die Neue Nationalgalerie, zusammen mit dem Mori Art Museum Tokyo, eine wunderbare Ausstellung mit dem klingenden Namen Berlin-Tokyo/Tokyo-Berlin organisiert – und der Name hält was er verspricht! So wird dem Besucher eine sehr interessante, gattungsübergreifende Schau geboten, die sich vom 19. Jahrhundert bis in die zeitgenössische Kunstpoduktion erstreckt und so mancherlei überraschende künstlerische Bezüge und Parallelen zwischen den beiden Metropolen offen legt.wakasyu2.jpg Man kann sehen, wie intensiv der künstlerische und kulturelle Austausch der Avantgarde gegen Ende des 19. Jahrhunderts war und in welchem Ausmaß sich die Katastrophe des II. Weltkriegs im künstlerischen Schaffen beider Städte widerspiegelt. Der Bogen der Ausstellung spannt sich weiter über die aktionistischen Kunstrichtungen der 1960er Jahre, die politisierte Kunst der 1970er bis hin zum Berliner Mauerfall. Den Endpunkt bildet schließlich die aktuelle Tokyoter Kunstproduktion, in die sich zahlreiche Elemente des Manga sowie der Unterhaltungs- und Konsumindustrie eingeschlichen haben. Die zwei Illustrationen von Hisashi Tenmyouya stehen dafür nur exemplarisch.
Fazit: Die Ausstellung ist für jeden etwas, ebenso für den eher historisch interessierten Kunstkenner, wie für den Film- und Videoliebhaber oder für den Mangafan – sie alle kommen voll auf ihre Kosten!

Bildquelle

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