Der Berg ruft!
September 23, 2006 on 11:02 am | In Ausflugstipps | wong it! | 1 KommentarAngesichts der nicht enden wollenden goldenen Sonnenstrahlen und des angebrochenen Wochenendes fühle ich mich mal wieder animiert Ausflusgtipps zum Besten zu geben:
Vor einigen Wochen war ich mal wieder für ein paar Tage südlich des Weißwurstäquators unterwegs. Dort ist alles irgendwie anders – aber schön…
Die Wanderschuhe eingepackt und mit einem für Flachlandbewohner ungewöhnlich reichlich gepackten Vesperrucksack ging’s früh am Morgen Richtung Österreich los – oder hat man Deutschland gar nicht zu verlassen, wenn man ins Kleinwalsertal möchte? Es ist ja nun schon ein paar Jährchen her, als man zum letzten Mal dort war! Außerdem war man ja immer nur im Winter dort – da ist dann alles weiß und es sieht schon gleich deswegen irgendwie alles ganz anders aus…
Jetzt, im farblich sehr viel nuancenreicheren Spätsommer erreicht man das Kleinwalsertal natürlich ebenso wie im Winter: Nämlich über Sonthofen, an Oberstdorf samt olympischen Skischanzen vorbei, hinein in die österreichische Enklave, die man nur über deutschen Boden erreichen kann.
Angesichts des Booms, der das Tal in den letzten fünfzehn Jahren überrollt hat, erscheinen einem die kleinen Dörfer entlang der Talstraße als noch sehr beschaulich. Das Hochgebirgspanorama, dass den malerischen Hintergrund einer jeden Bergwanderung im Kleinwalsertal abgibt, ist schon recht ansehnlich, befindet man sich doch erst in der ersten Alpen-
kette vom Flachland aus gesehen! Das Tal selbst bietet Naturfreunden ein breites Angebot aller nur erdenklichen Sommer- & Winterfreizeitaktivitäten: Vom Wandern über Mountainbiken, Klettern und Rafting bis hin zu Ski- und Snowboardspass – es ist für jeden etwas dabei! Zahlreiche Wellness- und Kurangebote runden das Angebot ab und bieten entspannten Ausgleich für die zerschundenen Muskeln, die Flachländer sich gerne mal holen, weil man ja auch immer übertreiben muß!
Mein letzter Ausflug führte an Mittelberg vorbei bis kurz vor Baad. Von dort ging’s rauf in’s Wildenbachtal, welches von mehreren Wasserfällen gesäumt wird. Auf dem Weg nach oben reihen sich die Almen alle paar hundert Höhenmeter aneinander. Das Ziel der Wanderung war die Mindelheimer Hütte, wo man sich mit nicht allzu vielen Bergfreunden ein Matratzenlager teilen durfte. Matratzenlager in Hütten über 2000m muffen eigentlich immer, dafür sind sie auch nicht teuer und man schläft sowieso wie ein Stein. Der morgendliche Abstieg ins Tal war das eigentliche Highlight! Vorbei an einer reichen Gebirgsflora und -fauna, die erst nach und nach aus dem sich auflösenden Frühnebel heraustritt, erhält man Eindrücke, die man sicherlich so schnell nicht mehr vergißt…
Auf dem Rückweg (mit dem Auto) kommt man bei Immenstadt am Großen Alpsee vorbei, wo sich der Nachmittag noch mit entspanntem Badespaß verlängern läßt, bevor man sich wieder mit den Widrigkeiten der Zivilisation herumplagen muß…
Bildquelle: Autor
Groundhopping – oder was machst Du am Wochenende?
September 21, 2006 on 9:17 am | In Ausflugstipps | wong it! | 2 KommentareEs gibt immer wieder Begriffe, die hört oder liest man zum ersten Mal in seinem Leben und sogleich kommen einem Ahnungen was sie bedeuten könnten. Groundhopping ist so einer…

Some people think football is a matter of life or death but it’s far more important than that. – Bill Shankley, Liverpool F. C.
Laut Definition – und es gibt da gleich unterschiedliche Auslegungen, nämlich strenge und weniger strenge – dreht sich alles um Fußballspiele, Stadionbesuche, Auswärtsspiele abfeiern und dabei gehörig in der Welt herumkommen. Was dabei als Ground zählt, ist im harten Kern der Szene umstritten – eines scheint jedoch alle Groundhopper zu einen: Ihre Liebe zum Fußball, zu Flutlichtern und zu den in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen auftretenden Stadiongebäuden.
Erstmals aufgetreten ist dieses Phänomen friedfertiger Fußballbegeisterung in Good old England. Dort wurde 1978 ein Club mit 39 Mitgliedern gegründet, die in allen 92 Liga-Stadien der Football Association Spiele gesehen hatten. Fußballfans anderer Länder zogen nach und gründeten in der Folge eigene Vereinigungen. In Deutschland scheint jedoch diese Form der “Vereinsmeierei” überraschenderweise eher verpönt zu sein, weswegen von einer vierstelligen Dunkelziffer deutscher Groundhopper ausgegangen werden kann, die den ca. 75 Mitgliedern des offiziellen Verbandes Groundhopper Deutschland gegenüber stehen und die es sich nicht vorstellen können unter den strengen Bedingungen eines Dachverbands ihrem Hobby zu frönen.
So erscheint es selbstverständlich, dass es zusätzlich zu den “offiziellen” Informationen und Büchern, zahlreiche Netzjournale und Blogs gibt, die sich diesem Thema mit Begeisterung und Enthusiasmus widmen. Dass es dabei in einigen Fällen weniger um Sport & Spiel geht, sondern Groundhopping manchmal auch als eine Art “Fußballkulturtourismus” verstanden werden kann, zeigt der Groundhopping-Blog eines Briten, dessen Beiträge weit über herkömmliche Spielberichte hinausgehen und die sich dabei vielmehr mit Stadiongeschichte und Architekturkritik befassen!
Und da meckert einer nochmal über die Niveaulosigkeit von Fußballfans…
Der Sommer ist ja immer noch da – ab in den Spreewald!
September 15, 2006 on 12:29 pm | In Ausflugstipps | wong it! | Keine KommentareWer hätte das gedacht… ungeachtet des bereits von mir angekündigten Herbst- & Wintereinbruchs ist es immer noch wunderbar sonnig und warm. Zeit für einen Ausflug ins Berliner Umland, zeit noch einmal die umliegenden Kiefern- und Birkenwälder in prachtvollen Farben zu genießen und die Seele baumeln zu lassen.
Doch der schöne Spreewald ist schon ein Weilchen von Berlin entfernt und was macht der U-Bahn-verwöhnte Großstädter, der kein Auto besitzt? (Nicht dass er sich tatsächlich umweltbewußt gibt, er ist einfach zu arm…) – er sucht sich eine richtig günstige Autovermietung und schon geht’s los!
Noch eben die Straßenkarte von Berlin nach Lübbenau rausgesucht, die Dame seines Herzens in die Karre gepackt und einem wunderschönen Kurztripp sollte nichts mehr im Wege stehen…
Hat man dann mal den Moloch in Richtung Südosten verlassen, so kommen schon bald Fragen hoch, die im fortwährenden Überlebenskampf gegen die Erniedrigungen der Großstadt meist unberücksichtigt bleiben:
Wieviele Wochen war ich jetzt nur in Tarifbereich AB? Seit wann kann man so weit gucken? Und sieh an, sieh an… die Häuser sind hier aber klein! Schnell macht sich die typische, naive Natur- und Ursprünglichkeitsromantik breit, die die meisten Landeier befällt, die sich vor der Provinzialität ihres Heimatkaffs in die deutsche Metropole geflüchtet haben – und das sind einige! Die finden sich dann auch frohen Mutes, neben zahreichen Senioren Ausflugsspezialisten, am Zielort ein und verteilen sich auf die verschiedenen Ausflugsboote, die von unzähligen Kahnbetreibern, oftmals in traditioneller Schifferuniform, lauthals angepriesen werden.
Eine Fahrt durch das Biospährenreservat ist jedoch wahrhaftig eine interessante und erholsame Angelegenheit. Vorbei an morastigen Altarmen, krummen und knorrigen Bäumen, die ihre weitreichenden Wurzeln in die Uferböschung geschlagen haben und unter der fortwährenden Begleitung eines vielfältigen Vogelkonzerts schippert man entspannt auf den Kanälen umher. In den naturnah verbliebenen Bereichen tummeln sich dank der durch die Filterwirkung des Spreewaldes verbesserten Wasserqualität auch noch viele seltene Fische. Es ist also für Abwechslung gesorgt… Am Abend schlägt man sich noch den Bauch voll und schon geht’s zurück – schön wars!
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