Allergiker leiden zusehends unter den warmen Frühlingstemperaturen
April 23, 2009 on 4:34 pm | In Gesundheit, Natur & Tiere | wong it! | Keine KommentareDer Frühling ist da, die Sonne schaut nach langer Zeit endlich wieder regelmäßig hinter den grauen Wolken hervor. Die allgemeine Stimmung hebt sich mit jeder neuen Blüte und angesichts des zarten Frühlingsgrün, das Allerortens aus dem Boden sprießt. Doch es gibt einen beständig wachsenden Teil der Bevölkerung, die mit dem Frühling nicht ganz so positive Empfindungen verbinden: Die Allergiker.
Als Allergie bezeichnet man Überreaktionen des Immunsystems auf harmlose Substanzen (meist Proteine) von Pollen, Hausstaub oder bestimmten Lebensmitteln.
Die folgende Aufstellung verdeutlicht das Problem der Allergien in Zahlen:
Jedes Jahr verursachen Allergien allein Kosten von 25 Mrd. € in der Europäischen Union durch Arbeitsausfälle und den Erwerb notwendiger Medikamente.
Mehr als 1 Mio. Menschen in Deutschland reagieren empfindlich auf Duftstoffe oder Duftstoffmischungen aus Parfums oder Deodorants.
Mindestens 3,5 Mio. Arbeitstage im Jahr werden in Deutschland durch fehlende Arbeitnehmer zu Krankheitstagen aufgrund von allergischen Atemwegserkrankungen wie bspw. Heuschnupfen oder Asthma. Im Jahr 2007 starben sogar mehr als 1500 deutschlandweit an Asthma.
Mindestens 90 % aller Asthmatiker erhalten keine optimale Therapie und bei 4 von 10 Menschen mit allergischem Schnupfen wird im späteren Krankheitsverlauf Asthma diagnostieziert.
52 % aller Allergiker in Europa reagieren auf Gräserpollen, 49 % auf Hausstaubmilben, 33 % auf Pollen von Bäumen, 27 % auf Pollen von Kräutern wie bspw. Ambrosia, 26 % reagieren auf Tierhaare und 10 % auf Sporen vom Schimmelpilz.
15 bis 25 % der Menschen in den Industrienationen leiden an allergischem Schnupfen, 5 bis 15 % an allergischem Asthma, 20 bis 20 % an Neurodermitis und 6 bis 10 % an allergischem Kontaktekzem.
Das Risiko, eine Überempfindlichkeit zu entwickeln, liegt bei Personen, bei denen beide Elternteile Allergiker sind, zwischen 50 und 80 Prozent. Ist nur ein Elternteil betroffen, entwickelt der Nachwuchs in etwa 20 bis 40 Prozent der Fälle ebenfalls eine Allergie.
Drei bis vier Wochen früher als noch vor 20 Jahren beginnt heute übrigens die Pollensaison. Diese dauert damit insgesamt länger. Für viele Pollenallergiker beginnt die Heuschnupfenzeit also schon im Winter. Denn bei milden Temperaturen bekommen Bäume wie Haselnuss, Erle und Birke “Frühlingsgefühle” und blühen sehr viel früher als normalerweise – manchmal schon im Januar!
Doch was hilft? Wie kann man seine Beschwerden lindern? Worauf gilt es zu achten?
Manch einer reagiert erst im Sommer zur Heuernte auf Gräserpollen allergisch, anderen machen die spätblühenden Kräuterpollen wie Beifuß im Spätsommer und Herbst zu schaffen. Für alle heißt es: Pollenflugkalender studieren!
Normalerweise sollten die Betroffenen versuchen, die Allergene zu meiden: Nach dem Mittagessen auf einen Verdauungsspaziergang draußen verzichten. Und am Arbeitsplatz Fenster und Türen möglichst geschlossen halten – stattdessen früh morgens und abends gut lüften, wenn der Pollenflug weniger stark ist. Denn bei jedem weiteren Pollenkontakt verbinden sich Antikörper und Allergene und geben dadurch bestimmten Körperzellen das Kommando, Histamin freizusetzen. Dieser Botenstoff macht die Blutgefäßwände durchlässig, Flüssigkeit, Eiweiß und Zellen treten aus und verursachen Schwellung und Rötung, Juck- und Niesreiz. Betroffen sind meistens Nase, Augen und Rachenraum. Daneben können Atemnot, Magen-Darm-Störungen, Migräne, Müdigkeit, Schlafstörungen und Depressionen auftreten.
Grundsätzlich gilt: Heuschnupfen sollte man nicht zu leicht nehmen. Bleibt Heuschnupfen unbehandelt, besteht die Gefahr, dass die Beschwerden “eine Etage tiefer” in die Bronchien wandern und chronisches Asthma entsteht.
Auch Antiallergika, die man günstig in einer Online-Apotheke erhält, können helfen die Symptome zu lindern – es wird jedoch davon abgeraten diese über einen allzu langen Zeitraum in hohen Dosen einzunehmen.
Bei manchen Allergikern kommt auch eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie, SIT) in Frage. Sie verspricht langfristige Besserung oderggf. sogar Heilung und kann den “Etagenwechsel” stoppen. Schon im Herbst sollte sie beginnen, empfehlen Fachleute.
Fazit: Dann kann die Pollensaison getrost kommen!
Tags: allergie, allergien, asthma, überreaktion, frühling, immunsystem, pollen, pollenflugkalender, pollensaison
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