December 11, 2017

An sich ist das Prinzip des Golfspiels einfach: Man nehme einen Schläger und einen Ball und befördere diesen mit möglichst wenig Schlägen vom Abschlagspunkt in ein Loch. Das Ganze wird 18-mal durchgeführt und wer am Ende die wenigsten Schläge gebraucht hat, gewinnt. Zahlreiche weitere Regeln und Vorschriften machen den Sport jedoch undurchsichtig und damit für die breite Bevölkerung lange Zeit unzugänglich.

So kam es, dass der aus Schottland stammende Sport lange Zeit als elitär geachtet war und sich lediglich eine gesellschaftliche Oberschicht daran erfreuen konnte. Dazu trugen auch die hohen Kosten bei, die zum einen daher rührten, dass Bau und Unterhalt eines Golfplatzes sehr teuer sind, was sich in hohen Mitgliedsbeiträgen niederschlägt und  zum anderen durch die benötigte Ausrüstung kamen. Das sehr umfangreiche Golfzubehör wie z.B. die vielen verschiedenen Golfschläger musste damals noch komplett aus England importiert werden und wurde dadurch umso kostspieliger. Zum ausschließlichen Elitensport wurde Golf insbesondere auch durch die Ergänzung von einer speziellen Etikette zusätzlich zu den gehabten Spielregeln. Diese Etikette dient vor allem dazu, die Sicherheit aller Spieler und den Schutz des Grüns zu erhalten. Bei ihrer Nichteinhaltung können Golfer disqualifiziert werden.

Heutzutage hat sich aus dem Golfen in vielen Ländern ein Volkssport entwickelt. Die passende Golf-Ausrüstung ist längst auch im regulären Sporthandel erhältlich und auch die Mitgliedsbeiträge vieler Golfclubs sind erschwinglich geworden. Vor allem die Zahl junger und auch weiblicher Golfer ist daraufhin stark gestiegen.

Als Resultat auf diese Entwicklungen  und, um aus alten Konventionen auszubrechen, haben sich aus dem klassischen Golf neuartige Varianten herausgebildet. Heutzutage sieht man Golfer überall und jederzeit. Sie spielen Schneegolf in Grönland, Büro-Golf an ihrem Arbeitsplatz, Minigolf mit ihren Kindern im Park und Cross-Golf an jedem nur denkbaren Ort an dem ein Abschlag möglich ist. Auf traditionelle Etikette wird bei diesen Variationen oft verzichtet – der Spaß am Spiel steht stets im Vordergrund. So ist aus dem exklusiven Zeitvertreib der Reichen eine Sportart geworden, an der sich jeder erfreuen kann.

No Comments