September 26, 2017

Die Basics – was ist eigentlich eine Erkältung?

Die Begriffe Erkältung und grippaler Infekt, die umgangssprachlich synonym verwendet werden, besitzen leider keine absolute Eindeutigkeit. Die meisten medizinischen Fachleute verstehen darunter eine Infektion der Atemwege. Häufig betroffen sind unter anderem Nase, Mund und Rachen sowie Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien. Die schärfste Differenzierung besteht zur „echten“ Grippe, der bekannten Influenza, die meistens einen deutlich schweren Krankheitsverlauf nimmt und unter Umständen sogar tödlich verlaufen kann. Doch zurück zur vergleichsweise einfacheren Erkältung. An einer solchen zumeist von Viren verursachten Infektion erkranken Erwachsene hierzulande jährlich circa zwei bis drei Mal. Am häufigsten davon betroffen sind Kleinkinder, die im Durchschnitt sogar weit mehr als 10-Mal pro Jahr an einer Erkältung zu leiden haben.

Mittel gegen HustenGrippaler Infekt oder echte Influenza?

Im Gegensatz zu einer echten Influenza, bei der sich Symptome wie starke Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen oder Fieber deutlich schneller einstellen, „brühtet“ man sprichwörtlich einige Tage an einer Erkältung. Grippeähnliche Kennzeichen nehmen oft erst mit der Zeit an Intensität zu. Die Beschwerden werden aber normalerweise nicht ansatzweise so stark wie bei der Influenza. Sollten Sie beispielsweise sehr hohes Fieber messen, dann haben Sie es wahrscheinlich nicht nur mit einer vermeintlich kleinen Erkältung zu tun und sollten unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen.

Wie kommt die Infektion zustande?

Und wie sind Sie zu dem grippalen Infekt gekommen? Das kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Eine Unterkühlung bei Nässe, falsche Kleidung oder ein schneller Wetterwechsel sind typische Faktoren, die unser Immunsystem auf die Probe stellen. Aber auch Stress, ein Mangel an Schlaf oder gesunder Ernährung sowie andere Krankheiten können unsere Immunstärke reduzieren. In diesen Fällen haben sowohl Viren als auch Bakterien leichtes Spiel, unsere Abwehr ist geschwächt und wir werden unter Umständen krank.

Haben Sie nicht das Nachsehen – so beugen Sie wirkungsvoll vor!

Nun wissen Sie, was eigentlich eine Erkältung ist und woher sie stammen könnte. Doch was tun, wenn sich das typische Unwohlsein ankündigt? In der Frage steckt bereits ein Teil der Antwort – der erste und beste Schritt ist Prävention. Wenn Sie merken, dass Sie krank werden, dann beginnen Sie bereits damit, sich zu schonen, trinken Sie viel (kein Alkohol!) und essen Sie gesunde, vitaminspendende Nahrung. Mit anderen Worten: Versuchen Sie Faktoren aus dem Weg zu gehen, die Ihr Immunsystem unter Umständen noch weiter belasten könnten, und stärken Sie Ihre Körperabwehr. Manchmal reichen diese Maßnahmen schon aus, um einen längeren und intensiveren Krankheitsverlauf zu verhindern.

Diese Mittel haben sich bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit bewährt

Stellen sich typische Symptome wie Husten, Schnupfen oder Kopf- und Gliederschmerzen ein, dann können Sie unter anderem das Folgende tun, um möglichst schnell wieder beschwerdefrei zu sein:

  1. Bei starken Beschwerden gehen Sie zum Arzt! Nicht nur, weil es sich bei Ihrer Erkrankung gegebenenfalls auch um eine echte Grippe handeln könnte, sondern weil Sie sich eine Krankschreibung („Gelben Schein“) besorgen sollten, um sich richtig auskurieren zu können. Ihr Körper braucht jetzt vor allem eines, Ruhe!
  1. Schnupfen bekommen Sie kurzfristig mit Nasenspray in den Griff. Achtung: Viele Sprays dürfen nicht länger als sieben Tage verwendet werden! Insbesondere vor dem Schlafengehen bietet sich die Anwendung an, da Sie dann frei durchatmen und ungestört ruhen können. Alternativ ist eine Dampfinhalation sinnvoll. So lösen Sie das Nasensekret und lassen die Schleimhäute abschwellen. Für die Inhalation können verschiedene Mittel verwendet werden. Lassen Sie sich diesbezüglich am besten von Ihrem Apotheker beraten. Nicht alle Inhalationen sind beispielsweise für Kinder unbedenklich.
  1. Ein häufiger Grund für Heiserkeit ist eine leichte Anschwellung der Stimmbänder. Trinken Sie viel und lutschen Sie gegebenenfalls beruhigende Halsbonbons. Das beste Mittel aber ist, dass Sie einfach Ihre Stimme schonen und Ihren Hals warm halten.
  1. Heiserkeit und Halsschmerzen gehen nicht selten Hand in Hand. Auch hier sind Sie gut beraten, wenn Sie Ihren Hals warm halten, warme Getränke wie Tees trinken und Ihre Stimme schonen. Kurzfristig können schmerzlindernde Lutschpastillen aus der Apotheke für Besserung sorgen. Wie bei allen Schmerzmitteln gilt aber auch hier: Bedenken Sie, dass Sie sich bei vermeintlicher Beschwerdefreiheit nicht übernehmen, das könnte sich später rächen.
  1. Mit Husten ist generell nicht zu spaßen. Klar, nehmen Sie auch alle anderen Symptome ernst, aber beobachten Sie sehr genau den Verlauf Ihres Hustens. Nicht selten stellt er sich erst nach dem Abklingen anderer Symptome ein und kann unter Umständen zu einem längeren Problem werden. Sitzt der Husten fest, dann wenden Sie tagsüber Schleimlöser an, die Sie sich im besten Fall von Ihrem Arzt verschreiben lassen. Das Abhusten von Schleim gehört wie viele anderen Symptome auch zum Heilungsprozess, dieses sollte möglichst nicht durch Hustenstiller unterbrochen werden. Trinken Sie stattdessen viel, damit sich der Schleim verflüssigen kann. Inhalationen sind auch hier ratsam. Wird der Husten nicht innerhalb einiger Tage besser, dann gehen Sie unbedingt zum Arzt! Eine Verschleppung der Erkrankung kann üble Folgen wie eine Lungenentzündung haben.
  1. Bei Kopf- und Gliederschmerzen hilft vor allem eines: warm einpacken und ausreichend schlafen! Und genau danach fühlen Sie sich dann ja auch. Alternativ können Sie natürlich typische Erkältungsmittel nehmen, die teilweise sämtliche Symptome unterdrücken. Allerdings verschleppen Sie dadurch unter Umständen die Krankheit. Gönnen Sie Ihrem Körper lieber Ruhe, trinken und essen Sie genügend. Oft fühlt man sich nicht nach Speis und Trank, doch der Körper braucht die Energie, um schnell wieder auf die Beine zu kommen.
  1. Auch bei Fieber und erhöhter Temperatur helfen gängige Schmerzmittel wie Aspirin oder Paracetamol. Oft ist es aber besser, dem Körper die natürliche Heilung zu überlassen. Sie wissen sicherlich, dass das Erhöhen der Körpertemperatur eine wichtige Abwehrmaßnahme ist. Aber behalten Sie die Temperatur insbesondere bei Kindern und älteren Menschen stets im Auge. Starke Schwankungen sind nicht gut, eine zu hohe Temperatur und Fieber über einen längeren Zeitraum auch nicht. Als einfache Faustregel gilt, ab über 40 Grad und bei den genannten Unregelmäßigkeiten konsultieren Sie umgehend einen Arzt. Gleiches gilt natürlich für das Auftreten von Krämpfen. Um Fieber, ohne Medikamente zu senken, können Sie Wadenwickel machen. Dazu verwenden Sie lauwarmes Wasser (kein Kaltes!). Lassen Sie die Wickel nicht zu lange drauf, bei Kindern und Älteren circa 10 Minuten, bei Erwachsenen ungefähr eine Vieltelstunde. Auch bei Fieber gilt es wiederum, ausreichend viel und gesund zu trinken.

Im Zweifel gehen Sie immer zum Arzt!

Im Zweifel zum Arzt

Grundsätzlich besitzt ein sonst gesunder Mensch alles, was er braucht, um eine normale Erkältung zu besiegen. Unterstützen Sie den Körper einfach dabei, indem Sie ihm Ruhe, gesunde Nahrung und ausreichend Flüssigkeit bieten. Eine Person, die sich um einen Kranken bemüht, ist natürlich auch Gold wert. Insbesondere kleine Kinder und ältere Menschen sollten keinesfalls allein gelassen werden. Beobachten Sie den Krankheitsverlauf aufmerksam, machen Sie sich aber nicht verrückt. Stress ist zumeist kontraproduktiv. Wenn Sie sich nicht sicher sind, beispielsweise beim Fieber kleiner Kinder, dann rufen Sie den medizinischen Kindernotruf an, und schildern Sie das Problem. Beruhigt Sie auch das nicht oder der Krankheitsverlauf verschlechtert sich, fahren Sie unbedingt zu einem Arzt. Es gibt keine Paradelösung für Krankheiten und niemand kann von außen mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, was ein erkrankter Körper gerade durchmacht. Im Zweifel wenden Sie sich an den Arzt Ihres Vertrauens – er weiß ganz sicher Rat.

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